NRW-Landesgruppengründung am 16. März: Eulenruf nach Bochum

Aufruf an alle Genoss*innen aus NRW:

Säkularität, also die religionspolitische Neutralität des demokratischen Staates, ist ein altes sozialdemokratisches Anliegen. Ohne die SPD wäre die grundsätzliche Trennung zwischen Staat und Kirche in der Weimarer Reichsverfassung nicht erreicht worden.

Leider gelang 1919 die Trennung (Weimarer Kompromiss) nur „hinkend“, also unvollständig, und in der Phase der unionsdominierten Rechristianisierung der BRD in den fünfziger und frühen sechziger Jahren wurde die „wohlwollende“ Kooperation zwischen dem Staat und den beiden Großkirchen stark ausgebaut. Die SPD reagierte darauf im Godesberger Programm 1959 mit einer Annäherung an die Kirchen.

Heute ist die religionspolitische Konstellation grundverschieden: Die Großkirchen leiden unter Mitgliederschwund und massivem Vertrauensverlust. Gut ein Drittel der Bevölkerung ist mittlerweile konfessionsfrei mit wachsendem Anteil. Der integrationspolitische Ansatz, „den“ Islam in den bestehenden Rechtsrahmen einzugliedern, ist in einer Sackgasse gelandet.

Der erste Versuch, die säkulare Thematik (wieder) in die SPD zu tragen, ist 2010/2011 leider ausgebremst worden: Der Arbeitskreis „Laizismus“ wurde von der Parteispitze nicht anerkannt, da er nicht der Programmatik der SPD entspräche. Man überließ das Thema – parteistrategisch sehr kurzsichtig! – anderen Parteien.

Nachdem sich dieser Arbeitskreis als AK „Säkulare Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten“ 2016 auf der Bundesebene inhaltlich reorganisiert hat, erfolgreich arbeitet und zunehmende Akzeptanz erfährt, wollen wir auch in NRW einen zweiten Anlauf nehmen und eine Landesgruppe „Säkulare Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in NRW“ gründen. Denn gerade in NRW gibt es religionspolitisch viel zu tun!

Hierfür laden wir alle interessierten Sozialdemokrat*innen zu einem ersten Werkstatttreffen ein:

Samstag, den 16. März 2019,

11-15 Uhr

AWO-Citytreff

Bleichstraße 8 (5 Minuten vom HBF)

44787 Bochum

Als Programm ist geplant:

  • Kennenlernen und Brainstorming
  • Impuls und Diskussion: Religion – Kitt oder Keil in der Gesellschaft?
  • Exkurs: Begriffsklärung Säkularität und Laizität
  • Organisatorisches: Arbeitsweise, Sprecher/Sprecherin
  • Festlegung von Arbeitsschwerpunkten; erste Kooperation mit BAStA am evang. Kirchentag in Dortmund und am 23. Mai, Tag des Grundgesetzes, in Bonn
  • Zusammenarbeit mit den Parteigliederungen
  • Verschiedenes

Dr. Lale Akgün, Dr. Klaus Gebauer, Gisela Gebauer-Nehring, Norbert Reitz, Johannes Schwill

2 Gedanken zu „NRW-Landesgruppengründung am 16. März: Eulenruf nach Bochum“

  1. Hallo zusammen,
    gibt es bei euch so eine Art „Mitgliedschaft“? Wenn ja, wie kann ich Mitglied werden. Ich komme gebürtig aus Idar-Oberstein, einer Hochburg der freireligiösen Gemeinden. Bereits mein Großvater war dort aktiv, mein Bruder war lange Jahre, bis zu seinem frühen Tod, Landespfarrer und meine familiären Wurzeln bei den Freireligiösen gehen bis zur Gründung der freireligiösen Gemeinde Idar-Oberstein (www.frg-io.de) zurück.

    1. Hallo Werner Becker, bitte schicken Sie eine Anfrage an unsere Kontaktadresse (kontakt at saekulare-sozis), um auf die betreffenden E-mail-Verteiler aufgenommen zu werden. Leider gibt es derzeit weder eine aktive Gruppe noch eine explizite Sprecher*in für Rheinland-Pfalz, aber wir planen für 2019 ein aktivierendes Treffen in Mainz, wenn sich genug Erstinteressierte finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.