Säkulare in Zahlen: „Nons“ in 112 Ländern zweitstärkste Kraft

Eine vom PEW-Research-Zentrum veröffentlichte Studie zeigt, dass der Anteil an den „Nons“ weltweit steigt. Es sind bereit 16% dieser Gruppe zuzurechnen und in fast der Hälfte aller Länder der Welt, sind sie schon zweitstärkste Kraft(„Unaffiliated“, in 112 Ländern). Die „Nons“ sind atheistische, agnostische, konfessionsfreie und gemischte Orientierungen. Eben jene, die sich keiner oder nicht genau einer der veranschlagten Religionen zurechnen lassen. Sie als „Säkulare“ zu bezeichnen wäre unscharf, weil in politischer Hinsicht als solche sicher noch Menschen aus dem liberalreligiösen und reformreligiösen Spektrum gezählt werden müssen. Allerdings dürften sich alle der genannten Orientierungen mit säkularen Prinzipien von Gesellschaften weitestgehend einverstanden erklären.

In seiner Prognose über die „Zukunft der Weltreligionen“ geht das PEW-Research-Zentrum allerdings davon aus, dass von 2010 bis 2050 die Gruppe der „Nons“ wieder auf einen Wert von 13% sinken wird. Dies wird auf den statistisch bedeutenden Anstieg der muslimischen Bevölkerung bezogen. In Europa soll der Anteil von Mulsimen schließlich bei 10% liegen. Christliche und hinduistische Anteile würden weltweit ebenfalls zunehmen, während buddhistische abnehmen. Im Ergebnis würden christliche und islamische Orientierungen 2050 bei weltweit um die 30% bis 31% liegen und sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

All diese Zahlenspiele basieren jedoch auf statistisch gefassten Kategorien, die sich vor allem an der Fertilität und den Geburtenraten orientieren.

Over that same period, Muslims – a comparatively youthful population with high fertility rates – are projected to increase by 73%. The number of Christians also is projected to rise, but more slowly, at about the same rate (35%) as the global population overall.

Es sollte kritisch hinterfragt werden, inwieweit religiöse Identität an der biologischen Herkunft festzumachen ist und ob Vielfalt wie Veränderung von dieser Statistik gar nicht erst erfasst werden. Wird Mensch als Muslim geboren? Einmal Christ, immer Christ? Können sich Säkulare nicht auch wieder fundamentalen religiösen Bewegungen anschließen? Alle Zahlen sind, was in den letzten Jahren Umfragen und Wahlprognosen gezeigt haben, mit Vorsicht zu genießen.

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Programmbeschwerde an die Intendantin des MDR vom 12.06.201

Beschwerde wegen Verletzung des Rundfunkstaatsvertrages

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat im Rahmen der ARD-Themenwoche „Woran glaubst Du?“ auf seiner  Webseite (http://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/glaube-hat-einfluss-auf-soziales-verhalten-100.html) verschiedene Behauptungen aufgestellt, durch die konfessionsfreie Menschen in Deutschland diffamiert werden. Auf der Grundlage einer offensichtlich vom MDR finanzierten, als „datenjournalistisches Projekt“ bezeichneten Auswertung von Sozialdaten wird behauptet, es gäbe einen „starken Einfluss“ zwischen religiöser Bindung und sozialem Verhalten.

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Änderungsvorschläge zum SPD-Wahlprogramm 2017

An die Delegierten zum Außerordentlichen SPD-Bundesparteitag 2017

Liebe Genossinnen und Genossen,

der SPD-Parteivorstand hat vor wenigen Tagen den Entwurf für das Regierungsprogramm der SPD zur Bundestagswahl 2017 beschlossen. Leider ist dieser Programmentwurf an vielen Stellen von einer Zurücksetzung nichtchristlicher Weltanschauungen geprägt. Dies ist nicht nur falsch, sondern auch verletzend für Millionen von Menschen, die sich als Konfessionsfreie, als Atheisten, als Agnostiker oder als nichtchristliche Gläubige in unserem Land engagieren und von der SPD ebenfalls angesprochen werden müssen. Aus diesem Grund unterbreiten wir Euch hier Änderungsvorschläge, um die wichtigsten Formulierungen in ihrer Einseitigkeit zu korrigieren. Wir bitten Euch herzlich darum, diese Vorschläge zu prüfen, sie in die Programmdebatte einzubringen und das SPD-Regierungsprogramm entsprechend zu ändern.

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Bundestreffen 2016 in Hamburg

Beschlüsse des Bundestreffens 2016 in Hamburg

Beschluss 1: 

Die SPD muss wieder die Partei der Freiheit des Geistes werden und sich für eine zukunftsfähige Religions- und Weltanschauungspolitik öffnen!

Beschluss 2:

Stellungnahme der Säkularen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zum Abschlussbericht der Kommission „Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat“ von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN